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WHOOP UCI MOUNTAIN BIKE WORLD SERIES - Pieterse und Azzaro sprinten in Nové Město na Moravě zum Sieg

Ein dramatisches Rennen im UCI Cross-Country Short Track (XCC) World Cup in Nové Město na Moravě endete mit einem spektakulären Comeback-Sieg von Puck Pieterse bei ihrer Rückkehr zur WHOOP UCI Mountain Bike World Series. Bei den Männern setzte sich Mathis Azzaro im Zielsprint gegen Tom Pidcock durch. Beide Rennen wurden erst auf der Zielgeraden der letzten Runde entschieden.

Puck Pieterse (Alpecin-Premier Tech) gewann bei ihrer Rückkehr in die WHOOP UCI Mountain Bike World Series den UCI Cross-country Short Track (XCC) World Cup in Nové Město na Moravě. Bei den Männern musste sich der vielseitige Superstar Tom Pidcock dem starken Endspurt von Mathis Azzaro (Origine Racing Division) geschlagen geben.

Beide Rennen wurden erst auf den letzten Metern entschieden. Pieterse und Azzaro behielten auf dem taktisch anspruchsvollen Kurs in Tschechien die Nerven und zogen jeweils erst kurz vor dem Ziel an den Führenden vorbei.

Pidcock hatte sich im Männerrennen vom letzten Platz bis an die Spitze vorgearbeitet, wurde jedoch auf der Schlussrunde von Azzaro überholt, der seinen kraftvollen Angriff bis ins Ziel durchziehen konnte. Der Franzose verteidigt damit die Gesamtführung im Elite-Männer-XCC-Weltcup. Bei den Frauen bleibt die fünftplatzierte Sina Frei weiterhin Spitzenreiterin der Gesamtwertung.

Unermüdliche Pieterse krönt ihr Comeback
Puck Pieterse gewann ein äußerst intensives und dramatisches Frauenrennen. Nach einem Start im hinteren Feld arbeitete sie sich kontinuierlich nach vorne. Ab der dritten Runde übernahm sie die Führung und griff in jeder folgenden Runde am Anstieg an. Obwohl sie ihre Konkurrentinnen nicht abschütteln konnte, zwang sie diese jedes Mal an ihre Belastungsgrenze.

Die entscheidende Selektion entstand jedoch nicht am steilen Anstieg, sondern auf der Zielgeraden. Dort verhakten sich die Lenker von Alessandra Keller (Thömus maxon) und Sina Frei, wodurch die amtierende XCC-Weltmeisterin gemeinsam mit Jolanda Neff (Cannondale Factory Racing) in die Streckenbegrenzung stürzte.

Neff war zuvor aufgefallen, weil sie sich unter trockenen Bedingungen für schmale Gravel-Reifen entschieden hatte – ein deutlicher Gegensatz zu den extremen Wetterverhältnissen beim letzten Rennen in MONA YongPyong. Am Ende blieb ihr lediglich eine schmerzende Hand. Später sagte sie; „Ich würde nichts anders machen.“

Für weitere Spannung sorgte Evie Richards (Trek – Unbroken XC), die durch den Sturz fast zum Stillstand gezwungen worden war. Auf der letzten Runde lieferte sie sich mit Pieterse einen erbitterten Kampf um die erste Kurve, bevor die Niederländerin am Anstieg erneut attackierte.

Den Gipfel des Anstiegs erreichte jedoch Jenny Rissveds (Canyon XC Racing) als Erste. Pieterse ließ sich bewusst von ihr in den Sprint führen. Nicole Koller (Lapierre PXR Racing) eröffnete den Sprint, wurde jedoch sowohl von Pieterse als auch von Laura Stigger (Specialized Factory Racing) überholt. Richards belegte trotz ihres Rückstands nach dem Sturz einen starken vierten Platz.

Pieterse sagte nach dem Rennen: „Ich habe das vermisst. Hier wird es auf der Straße meistens ziemlich eng und das Tempo sinkt etwas. Dieses Jahr fuhr Jenny aber so schnell, dass ich eine Weile brauchte, um nach vorne zu kommen. Als ich dort war, wollte ich vorne bleiben und die Kontrolle für den Sprint behalten. Ich sah Nicole links herankommen und dachte: Jetzt muss ich antreten. Also habe ich alles gegeben. Es ist großartig – das erinnert mich an meinen Short-Track-Sieg hier im letzten Jahr. Für morgen möchte ich einfach mein Material schonen und sehen, wie sich ein Rennen über eineinhalb Stunden im Vergleich zu den vierstündigen Straßentrainings anfühlt.“

Azzaro bezwingt den geduldig fahrenden Pidcock
Das Männerrennen verlief deutlich taktischer. Anders als bei den Frauen gab es niemanden wie Pieterse oder Rissveds, der das Tempo früh hochhielt. Pidcock fuhr deshalb die ersten vier Runden bewusst am Ende des Feldes, um Stürzen im großen Fahrerfeld aus dem Weg zu gehen. Erst Luca Schwarzbauer (Canyon XC Racing) und der zurückgekehrte Jordan Sarrou (BMC Factory Racing) sorgten später für Tempo. Pidcock griff schließlich in der fünften Runde an und erreichte in Runde sechs die Spitze.

Bis zur Schlussrunde blieb das Rennen erneut taktisch geprägt. Nach dem Glockenzeichen begann das entscheidende Duell. Charlie Aldridge (Cannondale Factory Racing) führte zunächst in den letzten Anstieg, bevor Pidcock dort entschlossen attackierte. Azzaro reagierte sofort, blieb an Pidcocks Hinterrad und konnte dessen Angriff über die Sprünge hinweg neutralisieren. Da Pidcock den Sprint früh eröffnen musste, nutzte Azzaro den Windschatten und zog auf den letzten Metern vorbei. Dario Lillo (Giant Factory Off-Road Team XC) wurde Dritter.

Azzaro erklärte: „Unglaublich. Ich wusste den ganzen Tag, dass ich gute Beine habe, war aber sehr nervös. Man muss einfach auf dem Rad bleiben. Genau diese Position wollte ich für den Sprint haben. Ich wusste, dass Tom von hinten kommen würde. Ich habe einfach gewartet. In der letzten Runde kam er wie ein Formel-1-Auto nach vorne, und ich bin sofort an sein Hinterrad gegangen. Jeder kennt seinen Namen. Ihn zu schlagen macht mich sehr stolz. Es ist großartig, gegen einen solchen Champion zu fahren.“

Pidcock sagte anschließend: „Ich habe wohl etwas zu lange gewartet, um nach vorne zu fahren. Als er direkt an meinem Hinterrad war, wusste ich Bescheid. Nach einer längeren Pause wieder ins Mountainbike-Rennen einzusteigen, ist schwierig. Beim Comeback weiß ich oft gar nicht genau, wo ich stehe. Deshalb ist es schön zu sehen, dass die Beine noch da sind. Ich bin hier, um zu gewinnen. Das habe ich bei meinen bisherigen Starts geschafft. Morgen möchte ich diese Serie fortsetzen.“

Schehl und Kellerman feiern U23-Siege
Paul Schehl (Lexware Mountainbike Team) und Makena Kellerman gewannen die U23-XCC-Weltcup-Rennen – allerdings auf völlig unterschiedliche Weise. Kellerman setzte sich mit einer klassischen Taktik durch: Sie wartete bis zur letzten Runde und entschied den Sprint für sich. Schehl hingegen griff früh an. Da er nicht zu den stärksten Sprintern zählt, attackierte er bereits in der vorletzten Runde, setzte sich sieben Sekunden vom Feld ab und brachte seinen Vorsprung souverän ins Ziel.

Er erklärte: „Normalerweise ist dieses Rennen sehr taktisch und wird erst in der letzten Runde im Sprint entschieden. Da ich kein besonders guter Sprinter bin, dachte ich mir: Ich muss das Rennen extrem hart machen und sehr früh angreifen.“

Mit den Short-Track-Rennen ist das Programm in Nové Město na Moravě zwar abgeschlossen, doch das Rennwochenende endet erst am Sonntag mit den Elite-Cross-Country-Olympic-(XCO)-Rennen der Frauen und Männer.

Fotos: ©️ WHOOP UCI Mountain Bike World Series

Weitere Informationen unter ucimtbworldseries.com

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