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Drei Italiener auf dem Siegertreppchen des HERO UCI MARATHON WORLD CUP von CAPOLIVERI. Bei den Damen gewinnt mit großem Vorsprung Anna Weinbeer
Die zweite Etappe des HERO UCI Cross-Country Marathon World Cup 2026 gewinnt nach einem (beinahe) Schlussspurt der Südtiroler Jakob Dorigno, nachdem er sich gemeinsam mit Stefano Goria – der Zweiter wurde – an die Spitze abgesetzt hatte. Platz drei sicherte sich Gioele De Cosmo. Auf derselben 73-Kilometer-Strecke boten auch die Damen ein großes Rennen, vor allem mit dem klaren Sieg der Schweizerin Anna Weinbeer, die mit einem Vorsprung von viereinhalb Minuten vor der Spanierin Natalia Fischer (auf Platz zwei) und der Bosnierin Lejla Njemcevic ins Ziel kam. Nicht nur die Elite-Fahrer und -Fahrerinnen, sondern auch über 1.800 Amateure und Amateurinnen schätzten das Rennen für seine technischen Strecken, die in ein Szenario aus traumhaften Ausblicken auf das Tyrrhenische Meer und die Insellandschaften von Elba eingebettet waren.
Das Urteil sowohl der Elite-Fahrer als auch der zahlreichen Amateure und Amateurinnen war eindeutig: Die Strecken des Capoliveri Legend Cup sind schön, technisch und machen Spaß. Auch aus diesem Grund war das heutige Mountainbike-Rennen, das als zweite Etappe des HERO UCI Marathon World Cup 2026 gewertet wird, ein echter Hochleistungs-Wettkampf mit Duellen und Einzelfluchten.
181 Mountainbiker und -bikerinnen aus 22 Ländern und in den Kategorien Elite und Master standen heute früh am Start zu der 74 Kilometer langen Rennstrecke mit ihren 2.600 Höhenmetern – und sammelten bei dem Rennen Punkte für die allgemeine Wertung des HERO UCI Cross-Country Marathon World 2026. Wie in allen Wettkämpfen dieser Rennserie hatten auch in Capoliveri Amateure und Amateurinnen die Möglichkeit, sich am Wettkampf zu beteiligen: Über 1.800 fanden sich beim Start im Ortszentrum von Capoliveri ein.
Bei den Herren startete das Rennen mit einer ersten Phase, in der sich die stärksten Aspiranten auf den Sieg noch gegenseitig beschnupperten und erstmal nichts wagten. Doch schon nach der Bergwertung am Monte Calamita – die den Namen „KOM Andrea Crispu Challenge“ trug – gab es die ersten Fluchtversuche, wie etwa die von Fabian Rabensteiner mit Stefano Goria und Gioele De Cosmo auf der Höhe der Strada delle Mimose nach etwa einem Drittel des Rennens. Doch die Flucht hatte bald ein Ende, weil der Kolumbianer Leonardo Paez vom Team LeeCougan Basso von hinten heraneilte, seinerseits gefolgt vom Südtiroler Jakob Dorigoni, der sich heute in absolut glänzender Form befand. Doch dann wurden die Karten erneut gemischt – kurz bevor es den „Muro della Leggenda“ zu bewältigen galt. Hier musste Veteran Paez (Jahrgang 1982) seinerseits den jüngeren Fahrern De Cosmo, Goria sowie dem äußerst munteren Jakob Dorigoni Platz machen. Auf den letzten Kilometern bildete sich so eine Doppelspitze heraus, bestehend aus Goria und Dorigoni, die zwar für konkurrierende Teams fuhren, aber auf eine Art und Weise kooperierten, die über das rein Taktische hinausging: So half Dorigoni Goria beim Entfernen eines kleinen Astes, der sich in dessen Hinterrad verfangen hatte. Als dann aber das Ziel in den Blick rückte, war es vorbei mit der Allianz – und der 28jährige Jakob Dorigoni holte sich den Meistertitel des Tages (den akademischen Titel, für den er an der Universität Innsbruck Sportwissenschaften studiert, hat er dagegen noch vor sich).
„Hier auf Elba ist es immer schön, wunderschön sogar, denn die Strecke ist ausgesprochen technisch, stimulierend und macht Spaß. Heute beispielsweise bin ich ein echtes Vollgas-Rennen gefahren, vom Anfang bis zum Ende habe ich gepowert, ohne jede Erholungsphase. Klar, wenn man dann auch noch gewinnt, ist es ein besonders schönes Rennen“, freute sich Jakob Dorigoni. „Vor allem ist dieses Ergebnis eine Bestätigung meiner aktuellen Form und zeigt mir, was ich in der kommenden Saison noch alles für Möglichkeiten habe.“
Den ehrenvollen zweiten Platz erkämpfte sich also Stefano Goria vom Scott Racing Team, der nur wenige Sekunden nach dem Sieger ins Ziel kam. Auf Platz drei schaffte es Gioele De Cosmo, Teamkollege von Dorigoni, mit einer Distanz von 1:10.23’ – und vervollständigte somit das rein italienisch besetzte Siegerpodest.
Der Belgier Wout Alleman, der mit dem Führenden-Trikot des Weltcups gestartet war, schaffte es zwar nicht aufs Treppchen, konnte sich jedoch die Führungsposition der Gesamtwertung bewahren, weil sein direkter Konkurrent, der Deutsche Andreas Seewald, das Rennen auf Platz 27 abschloss.
Viel schneller erzählt ist das Rennen der Damen. Denn die Schweizerin Anna Weinbeer, die nach dem von ihr gewonnenen Auftaktrennen in Calpe im Februar die Weltcup-Wertung anführt, hat auch auf Elba wieder gezeigt, dass, wer auch immer den Weltcup für sich entscheiden möchte, sich mit ihr wird anlegen müssen: Nach der Bergwertung ließ die Fahrerin des Teams KTM SPADA Powered by Brenta Brakes schon bald das Feld hinter sich und blieb während des gesamten restlichen Rennens in Führung, bis sie nach 3:46:35 als Erste ins Ziel kam.
„Ich bin ein fantastisches Rennen in einer wunderschönen Location gefahren. Diese doppelte Erinnerung nehme ich von Elba nach Hause mit. Das Rennen ist unter sämtlichen Aspekten richtig gut gelaufen: Die Strecke war technisch und hat Spaß gemacht, meine Kondition war super“, so Anna Weinbeer gleich nach Abschluss des Rennens. „Und ich war so gut drauf, dass ich sogar behaupten kann, auf bestimmten Abschnitten gegen Ende die Landschaft genossen zu haben! Natürlich ohne die Konzentration auf das Rennen zu verlieren. Jetzt blicke ich etwas entspannter auf die kommenden Rennen.“
Ebenfalls einen Platz auf dem Siegerpodest erfuhren sich die Spanierin Natalia Fischer vom Extremadura Ecopilas UCI MTB Team, die mit 4:29 Rückstand auf die Siegerin ins Ziel kam, sowie – auf Platz drei – die Bosnierin Lejla Njemcevic mit einer Zeit von 3:53:23. Die schnellste italienische Fahrerin war Chiara Gualandi vom LeeCougan Basso, die sich mit über 15 Minuten Rückstand auf die Siegerin einen sechsten Platz erkämpfte.
Spannend war es auch in der Kategorie Master Licence, wo der Sieg an die aktuell Führenden im Weltcup ging, den Spanier Alexandre Llado Diaz bei den Herren und die Polin Anna Magoń-Romanów bei den Damen.
Nun reist die Karawane des HERO UCI Marathon World Cup weiter in die Pyrenäen, wo in weniger als drei Wochen bei Naturland – Andorra am 31. Mai 2026 die dritte Etappe der Rennserie über die Bühne geht. Die Führenden-Trikots werden nach wie vor von Wout Alleman und Anna Weinbeer getragen, die sie mit allen Mitteln gegen die Konkurrenz verteidigen werden.
Fotos: (c) Hero UCI Marathon World Cup / Harald Wisthaler
Weitere Informationen unter www.heroucimarathonworldcup.com