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WHOOP UCI MOUNTAIN BIKE WORLD SERIES - UCI Downhill World Cup – Runde 1 - Sensationelle Siege von Vermette und Höll beim historischen Auftakt in MONA YongPyong
Ein historischer Auftakt der WHOOP UCI Mountain Bike World Series in Südkorea brachte einen sensationellen Premierensieg von Asa Vermette (Frameworks Racing / TRP) bei den Elite-Männern sowie einen beeindruckenden Erfolg von Vali Höll (Commencal Schwalbe by Les Orres), die trotz eines platten Hinterreifens gewann. Auf der anspruchsvollen, neu gebauten Strecke sorgten außerdem die Juniorensiege von Aletha Ostgaard (Canyon DH Racing) und Jonty Williamson (Yeti / Fox Factory Race Team) für einen spektakulären Saisonauftakt.
Vermette schreibt Geschichte bei seinem Elite-Debüt
Asa Vermette und Vali Höll setzten beim ersten Weltcup-Wochenende in MONA YongPyong eindrucksvolle Ausrufezeichen. Während Höll trotz eines Reifenschadens souverän gewann, schrieb Vermette Geschichte: Der Amerikaner wurde der erste Fahrer überhaupt, der bei seinem allerersten Elite-Weltcupstart direkt einen UCI Downhill World Cup gewinnen konnte – nachdem er bereits die Qualifikation als Schnellster beendet hatte. Der Weltcup gastierte erstmals in Südkorea, was den Renntag zusätzlich historisch machte.
Weitere Meilensteine:
- Myriam Nicole stellte mit ihrem 93. Weltcupstart den Rekord von Sabrina Jonnier bei den Frauen ein.
- Durch Hölls Sieg zog Commencal mit Cannondale als erfolgreichste Fahrradmarke der Frauen-Downhill-Geschichte gleich.
Nicole selbst sorgte ebenfalls für Schlagzeilen und belegte im Finale Rang drei hinter Gloria Scarsi und Siegerin Höll. Weniger erfolgreich verlief der Tag für den amtierenden Gesamtweltcupsieger Jackson Goldstone (Santa Cruz Syndicate). Nach einem Sturz musste er sich mit Platz 26 begnügen. Auch Loïc Bruni (Specialized Gravity) schien lange auf Siegkurs, wurde am Ende jedoch vom jungen Vermette übertrumpft.
Vermette führt die neue Generation an
Die neue 1,8 Kilometer lange Strecke in YongPyong stellte die Fahrer vor große Herausforderungen. Der trockene, staubige und steinige Untergrund machte Fehler besonders teuer, da verlorene Geschwindigkeit kaum wieder aufzuholen war. Viele Elitefahrer begannen stark, verloren jedoch im Verlauf des Rennens Zeit oder stürzten. Besonders problematisch war ein Waldabschnitt vor dem sogenannten „Monster Energy Drop“.
Dort stürzte auch Jackson Goldstone.
Lange Zeit führte Kenneth Ryan Pinkerton (Mondraker Factory Racing DH) mit einer Bestzeit von 2:47,578 Minuten. Später übernahm zunächst Debütant Till Alran die Spitze, ehe Loïc Bruni die Bestzeit um mehr als zwei Sekunden unterbot. Anschließend sah alles nach einem Sieg für Amaury Pierron aus. Der Franzose lag am letzten Zwischenpunkt 1,6 Sekunden vor Bruni, rutschte jedoch kurz vor dem Ziel weg. Trotz des Fehlers rettete er noch Platz zwei.
Pierron sagte anschließend: „Ich hatte bei dieser Passage bereits zuvor ein ungutes Gefühl. Ich verlor zunächst das Vorderrad und kam dann mit zu viel Risiko in die nächste Kurve. Ich wollte diesen Sieg unbedingt.“
Damit blieb nur noch ein Fahrer übrig, der Bruni schlagen konnte: Asa Vermette. Nach einem etwas verhaltenen Beginn legte der Amerikaner eine unglaubliche zweite Rennhälfte hin und gewann mit einem Vorsprung von 1,5 Sekunden.
Die Top 6 bestanden anschließend fast ausschließlich aus Franzosen:
- Asa Vermette (USA)
- Loïc Bruni
- Amaury Pierron
- Till Alran
- Loris Vergier
- Nathan Pontvienne
Vermette bedankte sich besonders bei seinem neuen Teamkollegen Aaron Gwin, der ihm geholfen hatte, mit dem Druck zwischen Qualifikation und Finale umzugehen. „Ich war oben am Start unglaublich nervös. Mein erster Weltcup und ich starte als Letzter. Ich habe einfach versucht, denselben Lauf wie gestern zu fahren – offenbar hat es funktioniert.“
Weiter sagte er: „Seit ich ein Kind bin, träume ich von einem Weltcupsieg. Dass er direkt bei meinem ersten Elite-Start kommt, hätte ich mir niemals vorstellen können.“
Höll trotzt plattem Reifen und gewinnt dennoch
Im Frauenrennen setzte zunächst Sacha Earnest (Trek-Unbroken DH) mit einer Zeit von 3:17,409 Minuten die Bestmarke. Mehrere Favoritinnen waren unterwegs schneller, stürzten jedoch:
- Anna Newkirk
- Phoebe Gale
- Marine Cabirou
- Tahnée Seagrave
Besonders Marine Cabirou schien auf Siegkurs. Sie war in den ersten beiden Zwischenzeiten die Schnellste des Tages, ehe ein Sturz alle Hoffnungen zunichtemachte. Vali Höll übernahm schließlich die Führung – obwohl sie einen platten Hinterreifen hatte, den sie aufgrund des lockeren Untergrunds während der Fahrt gar nicht bemerkte. Keine der letzten fünf Starterinnen konnte ihre Zeit mehr unterbieten. Myriam Nicole fuhr kontrollierter als viele Konkurrentinnen und belegte zunächst Rang zwei, bevor sie von Gloria Scarsi auf Platz drei verdrängt wurde.
Endstand Elite Frauen:
- Vali Höll
- Gloria Scarsi
- Myriam Nicole
Höll erklärte nach ihrem Sieg:„Ich habe noch nie so sehr mit einer Strecke gekämpft. Zwischendurch dachte ich sogar darüber nach, einfach zurück nach Seoul zu fahren und shoppen zu gehen.“ Mit Blick auf die Siegerzeit der Juniorin Aletha Ostgaard scherzte sie: „Herzlichen Glückwunsch an Aletha. Das ist verrückt. Vielleicht muss ich künftig einfach schneller fahren – oder die Zeiten der Juniorinnen nicht mehr anschauen.“ Weiter sagte sie: „Es fühlte sich eher wie ein Enduro-Rennen an. Man musste unglaublich geduldig fahren. Mit einem neuen Team, einem neuen Bike und neuen Leuten um mich herum hier zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes.“
Ostgaard und Williamson holen die ersten Juniorensiege der Saison
Viele Junioren bestritten in Südkorea ihren ersten Weltcup. Bei den Juniorinnen setzte sich Aletha Ostgaard durch und feierte ihren dritten Sieg in Folge. Die Zweitplatzierte des Vorjahres gewann vor Titelverteidigerin Rosa Zierl (Cube Factory Racing). Bemerkenswert: Ostgaards Zeit war sogar 0,841 Sekunden schneller als die von Elite-Siegerin Vali Höll.
Ostgaard sagte: „Es fühlt sich unwirklich an. Rosa wird normalerweise während eines Laufs immer schneller, deshalb war ich sehr nervös. Aber ich wusste, dass ich mit einem fehlerfreien Lauf eine starke Zeit fahren kann.“
Bei den Junioren gab es zahlreiche Stürze. Besonders heftig erwischte es Luke Mallen, dessen Unfall sogar eine Rennunterbrechung verursachte. Am Ende setzte sich Jonty Williamson durch und gewann vor einem Landsmann aus Neuseeland mit lediglich einer Viertelsekunde Vorsprung.
Williamson erklärte: „Seit meiner Kindheit träume ich davon, einen Weltcup zu gewinnen. Die mittlere Passage war etwas chaotisch und dort habe ich Zeit verloren, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden.“
Teamwertung
Nach dem ersten Weltcupwochenende führt COMMENCAL/MUC-OFF by Riding Addiction die Teamwertung bereits mit deutlichem Vorsprung an. Dahinter liegt Commencal Schwalbe by Les Orres auf Rang zwei. Um Platz drei kämpfen derzeit mehrere Teams, die nur wenige Punkte voneinander trennen.
Die Mountain Bike World Series wird am Sonntag mit dem Cross-Country Olympic (XCO) in Südkorea fortgesetzt. Für die Downhill-Fahrer geht es Ende Mai in Loudenvielle-Peyragudes (Frankreich) weiter.
Fotos: ©️ WHOOP UCI Mountain Bike World Series
Weitere Informationen unter ucimtbworldseries.com