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WHOOP UCI MOUNTAIN BIKE WORLD SERIES - UCI Cross-Country Olympic Weltcup – Runde 4 - Martin und Rissveds überzeugen mit beeindruckenden Siegen in Lenzerheide Luca Martin (Cannondale Factory Racing) und Jenny Rissveds (Canyon XC Racing) trotzten der anspruchsvollen Strecke und den heißen Bedingungen und sicherten sich die Siege beim UCI Cross-Country Olympic (XCO) Weltcup in Lenzerheide (Schweiz). Luca Martin feierte seinen ersten Saisonsieg, nachdem er sich in einem packenden Duell über die gesamte Renndistanz gegen Adrien Boichis (Specialized Factory Racing) durchgesetzt hatte. Ein Sturz von Boichis in der letzten Runde ebnete Martin den Weg zu seinem zweiten UCI-XCO-Weltcupsieg seiner Karriere. Bjorn Riley (Scott-SRAM MTB Racing Team) komplettierte das Podium als Dritter. Bei den Elite-Frauen dominierte Jenny Rissveds das Rennen und feierte ihren zweiten XCO-Sieg innerhalb von zwei Wochen. Die Fahrerin von Canyon XC Racing übernahm bereits in der zweiten Runde die Führung und gewann schließlich mit mehr als einer Minute Vorsprung vor Ronja Blöchlinger (Liv Factory Racing). Savilia Blunk (Decathlon Ford Factory Racing) wurde Dritte. In den U23-Klassen feierten Valentina Corvi (Canyon XC Racing) und Paul Schehl (Lexware Mountainbike Team) souveräne Solosiege. Nach zwei aufeinanderfolgenden Rennwochenenden standen die Fahrerinnen und Fahrer in Lenzerheide sowohl körperlich als auch mental vor einer großen Herausforderung. Während in Saalfelden-Leogang noch nasse und rutschige Bedingungen herrschschten, erwarteten sie in der Schweiz heiße Temperaturen und trockene Strecken. Für Specialized Factory Racing verlief das Wochenende dennoch äußerst erfolgreich. Das Team gewann mit Adrien Boichis die Mixed-Team-Wertung und baute seine Gesamtführung auf komfortable 342 Punkte aus. Bereits am Freitag platzierte Specialized vier Fahrer in den Top Ten des UCI Cross-Country Short Track (XCC), am Sonntag folgten sogar fünf Top-10-Platzierungen im XCO. Martin setzt sich im Showdown der Schlussrunde gegen Boichis durch Luca Martin stand erstmals in dieser Saison ganz oben auf dem Podium eines Elite-XCO-Weltcups. Nach vier zweiten Plätzen in den bisherigen Rennen konnte der Fahrer von Cannondale Factory Racing in Lenzerheide endlich seinen ersten Sieg feiern. Simone Avondetto (Wilier-Vittoria Factory Team), der in Saalfelden-Leogang Vierter geworden war, hatte in der Schweiz hingegen Pech: Ein Reifenschaden bereits in der Startrunde zerstörte seine Hoffnungen auf einen Podiumsplatz. Adrien Boichis, Sieger der letzten beiden Weltcuprennen, zeigte sich erneut äußerst selbstbewusst. Mit konstant hohem Tempo reduzierte er die Spitzengruppe bereits nach zwei Runden auf sechs Fahrer. Mathis Azzaro (Origine Racing Division) verlor unter dem Druck den Anschluss, nachdem er eine Streckenmarkierung berührte. Kurz darauf bestand die Spitzengruppe nur noch aus vier Fahrern. Boichis führte gemeinsam mit seinem Teamkollegen Martin Vidaurre Kossmann (Specialized Factory Racing), Luca Martin und Bjorn Riley (Scott-SRAM MTB Racing Team). Das hohe Tempo an den Anstiegen forderte jedoch seinen Tribut: Vidaurre Kossmann und Riley mussten abreißen lassen, während Boichis und Martin alleine an der Spitze blieben. Riley hielt dennoch sein Tempo und verteidigte souverän Rang drei. Auf der letzten Runde setzte Boichis am Asphaltanstieg die entscheidende Attacke und konnte Martin zunächst distanzieren. Doch auf einem Schotterabschnitt rutschte der Franzose unter Druck weg und stürzte. Martin nutzte die Chance sofort, zog vorbei und fuhr ungefährdet seinem Sieg entgegen. Auf den letzten Metern hatte er sogar Zeit, seinen Triumph mit einigen Kunststücken zu feiern. Gleichzeitig übernahm er damit die Führung in der Gesamtwertung. Boichis erreichte das Ziel 25 Sekunden später auf Rang zwei. Riley sicherte sich mit Platz drei ein weiteres Weltcup-Podium. Luca Martin nach seinem Sieg: „Ich bin unglaublich glücklich. Nach drei zweiten Plätzen musste endlich ein Sieg her. Es war ein verrücktes Rennen. Am Anfang wollte ich bewusst hinten in der Spitzengruppe bleiben und schauen, wie sich meine Form anfühlt. Nach etwa 45 Minuten wurde der Untergrund immer rutschiger. Das hatte ich ständig im Hinterkopf. Ich wusste, dass die letzte Runde sehr gefährlich werden würde und das Rennen erst im Ziel entschieden ist. Als Adrien attackierte, hatte ich das Gefühl, dass ich ihn in der Abfahrt wieder einholen könnte. Dann ist er gestürzt. Es war extrem rutschig – als ich das gesehen habe, musste ich sofort angreifen.“ Rissveds gewinnt souverän in beeindruckender Manier Jenny Rissveds (Canyon XC Racing) zeigte einmal mehr ihre Klasse und feierte einen ungefährdeten Solosieg bei den Elite-Frauen. Obwohl sie sich nach eigener Aussage nicht in Bestform fühlte, übernahm die amtierende XCO-Weltmeisterin früh die Führung und baute ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Alessandra Keller (Thömus maxon) wollte ihre Serie von drei Podiumsplätzen in XCO und XCC fortsetzen. Doch die Schweizerin erlebte einen Albtraumstart: Bereits in der ersten Abfahrt stürzte sie in einem ausgefahrenen Streckenabschnitt und verlor früh den Anschluss an die Spitze. Ronja Blöchlinger, die sich zwei Tage zuvor im XCC nur knapp im Sprint geschlagen geben musste, übernahm zunächst die Initiative. Angefeuert vom heimischen Publikum erarbeitete sie sich bereits nach der Startrunde einen Vorsprung von neun Sekunden. Rissveds blieb jedoch ruhig, schloss die Lücke noch in der ersten vollständigen Runde und setzte sich anschließend souverän ab. Auch Savilia Blunk, Siegerin des XCC-Rennens am Freitag, kämpfte um einen Podiumsplatz. Gemeinsam mit Gesamtführender Sina Frei gehörte sie zunächst zur Verfolgergruppe. In der zweiten Runde erlitt Blunk jedoch einen Hinterradplatten. Der Radwechsel kostete rund 40 Sekunden und ließ sie vom dritten auf den fünften Platz zurückfallen. Blöchlinger hielt trotz ihres hohen Anfangstempos konstant starke Rundenzeiten und verteidigte Rang zwei. Blunk kämpfte sich nach ihrem Defekt eindrucksvoll zurück und setzte sich in der letzten Runde von ihren Verfolgerinnen ab, konnte Blöchlinger aber nicht mehr erreichen. An der Spitze ließ Rissveds nichts mehr anbrennen und fuhr fehlerfrei zu einem überlegenen Sieg. Blöchlinger feierte als Zweite ihr erstes XCO-Weltcup-Podium, Blunk komplettierte das Podium auf Rang drei. Nach vier Weltcuprunden führt Rissveds die Gesamtwertung nun mit 177 Punkten Vorsprung auf Sina Frei an. Jenny Rissveds: „Ich freue mich riesig über dieses Rennen. Nach dem Short Track am Freitag war ich ehrlich gesagt ziemlich erschöpft. Heute wollte ich einfach geduldig bleiben. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mich doch richtig gut fühle.“ Corvi und Schehl dominieren weiterhin die U23-Klasse Valentina Corvi (Canyon XC Racing) zeigte erneut eine beeindruckende Vorstellung und gewann das U23-Rennen der Frauen mit fast einer Minute Vorsprung. Die Italienerin führte das Rennen vom Start bis ins Ziel und feierte ihren dritten Sieg im vierten XCO-Weltcup der Saison. Damit baute sie ihren Vorsprung in der Gesamtwertung auf 208 Punkte aus. Nur die Norwegerin Lisa Kristine Jorde konnte Corvi anfangs folgen. Doch Runde für Runde verlor sie rund ein Dutzend Sekunden. Dennoch wurde sie mit ihrem bislang besten XCO-Weltcupresultat als Zweite belohnt. Corvi überquerte die Ziellinie schließlich 53 Sekunden vor ihr. Die US-Amerikanerin Makena Kellerman belegte mit 1:46 Minuten Rückstand den dritten Platz. Valentina Corvi: „Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel. Ich habe mich auf dieses Rennen besonders gefreut, weil Lenzerheide zu meinen Lieblingsstrecken gehört und einfach eine ikonische Weltcupstrecke ist. Ich wollte möglichst flüssig fahren, den Flow des Bikes nutzen, keine Fehler machen und konstante Rundenzeiten fahren. Ich bin wirklich stolz auf mein Rennen.“ Schehl gelingt das zweite Weltcup-Doppel in Folge Paul Schehl (Lexware Mountainbike Team) machte sein zweites perfektes Weltcup-Wochenende in Folge perfekt. Nach seinen XCC- und XCO-Siegen in Saalfelden-Leogang gewann der Deutsche nun auch beide Rennen in Lenzerheide. Schehl setzte sich bereits früh an die Spitze. Sein hohes Tempo in den ersten drei Runden war für die Konkurrenz zu viel. Rens Teunissen van Manen (KMC Nukeproof MTB Racing Team) führte zunächst die Verfolgergruppe an und kämpfte um sein erstes Saisonpodium. Thibaut François Baudry (Canyon XC Racing) blieb jedoch ruhig, teilte sich seine Kräfte clever ein und überholte den Niederländer im Finale noch, um Rang zwei zu übernehmen. Durch seinen Sieg übernahm Schehl außerdem die Gesamtführung – mit lediglich acht Punkten Vorsprung auf François Baudry. Paul Schehl: „Zwei Rennwochenenden hintereinander sind unglaublich hart, und diese Strecke macht es nicht einfacher. Es fühlt sich fantastisch an, zwei perfekte Wochenenden hintereinander zu fahren. Auf dieser Strecke konstant hohe Leistung zu bringen, ist extrem anspruchsvoll. Eigentlich wollte ich mit meinem Angriff noch etwas länger warten. Dann habe ich mich aber entschieden, mein eigenes Rennen zu fahren, um mich nicht mit den anderen beschäftigen zu müssen.“ Ausblick Am kommenden Wochenende (25.–28. Juni) stehen beim WHOOP UCI Mountain Bike World Series in Val di Fassa – Trentino (Italien) die Enduro-Rennen im Mittelpunkt. Eine Woche später (3.–5. Juli) treffen sich Ausdauer- und Gravity-Spezialisten erneut zum zweiten Vierfach-Weltcup der Saison in La Thuile – Valle d'Aosta (Italien). Fotos: ©️ WHOOP UCI Mountain Bike World Series Weitere Informationen unter ucimtbworldseries.com |