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WHOOP UCI MOUNTAIN BIKE WORLD SERIES - UCI Cross-Country Short-Track-Weltcup – Runde 4 - Blunk und Boichis feiern ihre ersten XCC-Weltcupsiege in Lenzerheide Fünf Tage nach dem kräftezehrenden UCI Cross-Country Olympic (XCO) World Cup in Saalfelden-Leogang (Österreich) standen die Ausdauerathletinnen und -athleten in Lenzerheide (Schweiz) bereits wieder beim UCI Cross-Country Short Track (XCC) World Cup am Start. An zwei Rennwochenenden hintereinander entscheidet oft die beste Regeneration. Savilia Blunk (Decathlon Ford Factory Racing) und Adrien Boichis (Specialized Factory Racing) bewiesen, dass sie den dichten Rennkalender am besten verkraftet hatten. Vor dem Rennen lag der Fokus darauf, ob Jenny Rissveds (Canyon XC Racing) ihren fünften XCC-Sieg in Folge in Lenzerheide feiern könnte oder ob die Schweizer Gesamtführende Sina Frei (Specialized Factory Racing) ihren starken Saisonstart fortsetzen würde. Doch stattdessen setzte sich Savilia Blunk durch: Die US-Amerikanerin bezwang Ronja Blöchlinger (Liv Factory Racing) im Zielsprint und feierte ihren ersten UCI-XCC-Weltcupsieg. Für ein weiteres Highlight sorgte Alessandra Keller (Thömus maxon), die Dritte wurde und Geschichte schrieb: Die amtierende UCI-XCC-Weltmeisterin fuhr bei ihrem ersten Elite-Einsatz mit einem Prototyp-Mountainbike auf 32-Zoll-Laufrädern direkt aufs Podium. Bei den Elite-Männern galt Adrien Boichis als Favorit, nachdem der Franzose fünf Tage zuvor in Österreich seinen ersten UCI-XCO-Weltcupsieg gefeiert hatte. Trotz der Gegenwehr von Luca Martin (Cannondale Factory Racing) fand niemand eine Antwort auf den explosiven Schlussangriff des Specialized-Fahrers. Boichis holte damit auch seinen ersten XCC-Weltcupsieg. Bjorn Riley (Scott-SRAM MTB Race Team) wurde Dritter und stand erstmals in seiner Elite-Karriere auf einem XCC-Weltcup-Podium. Vor den Elite-Rennen gingen die U23-Klassen auf die schnelle Strecke in Lenzerheide. Bei den Frauen feierte Bloeme Kalis ihren ersten Weltcupsieg, während Paul Schehl (Lexware Mountainbike Team) bei den Männern seinen dritten Sieg in Folge einfuhr und damit seine Führung in der Gesamtwertung weiter ausbaute. Blunk kämpft sich zu ihrem ersten XCC-Erfolg Savilia Blunk hatte bereits in der Vorwoche mit einem fünften Platz im XCO-Weltcup ihre Stärke gezeigt – trotz eines Sturzes nach einer Kollision mit Jenny Rissveds. Dieses Mal wollte sie sich nicht erneut in Schwierigkeiten bringen und positionierte sich früh an der Spitze des Feldes. Den schnellsten Start erwischte jedoch Puck Pieterse (Alpecin-Premier Tech), die gemeinsam mit Alessandra Keller und Ronja Blöchlinger das Tempo bestimmte. Die Niederländerin ging von Beginn an ans Limit – ihre WHOOP-Livedaten zeigten bereits in der dritten Runde Belastungszone fünf. Zur Rennhälfte ließ Pieterse nach, woraufhin Rissveds und Keller die Führung übernahmen. Zusammen mit Blöchlinger und Blunk bildeten sie die Spitzengruppe. Lange sah es so aus, als könnte Rissveds ihren fünften Lenzerheide-Erfolg in Serie feiern. Doch Keller verschärfte das Tempo und setzte die Konkurrenz unter Druck. Die Attacke kostete Rissveds schließlich den Anschluss. Auf der vorletzten Runde griff Keller am Anstieg erneut an und konnte Nicole Koller (Lapierre PXR Racing) sowie Sina Frei abschütteln. Blunk und Blöchlinger hielten jedoch das Hinterrad der Weltmeisterin. Keller hatte ihre Kräfte offenbar zu früh eingesetzt. Auf dem letzten Anstieg konterten Blöchlinger und Blunk erfolgreich. Blöchlinger führte zwar in die entscheidende Abfahrt, doch Blunk nutzte eine Innenlinie auf der Brücke vor der letzten Kurve, setzte sich an die Spitze und gewann den Sprint um wenige Zentimeter. Blöchlinger wurde Zweite, Keller rettete Rang drei. Savilia Blunk nach dem Rennen: „Es ist noch gar nicht richtig angekommen. Ich wollte ein kluges Rennen fahren und habe mich super gefühlt. Darauf habe ich lange hingearbeitet – es fühlt sich großartig an. Ich wusste, dass diese Linie in der letzten Runde ein kleiner Geheimtipp ist. Sie kostet zwar etwas mehr Kraft, spart aber ein paar Zentimeter – und genau das hat gereicht. Das Tempo war von Anfang an sehr hoch. Ich wollte unbedingt unter den ersten fünf bleiben, weil das deutlich einfacher war, als ständig wieder nach vorne fahren zu müssen. Es gab immer wieder Attacken, und ich habe versucht, den Schwung mitzunehmen. In den letzten Wochen hatte ich viel Selbstvertrauen. Ich wollte einfach ein sauberes Rennen fahren und sehen, was möglich ist. Dieser Sieg gibt mir noch mehr Vertrauen – und jetzt werde ich ihn erst einmal genießen.“ Boichis setzt sich mit explosivem Schlussangriff durch Im Männerrennen richteten sich viele Blicke auf Christopher Blevins (Specialized Factory Racing). Der amtierende Gesamtsieger des XCC-Weltcups kehrte nach einem Schlüsselbeinbruch infolge seines Sturzes in MONA YongPyong (Südkorea) erstmals wieder ins Renngeschehen zurück. Während Blevins zunächst im Verkehr des Feldes feststeckte, übernahm Teamkollege Adrien Boichis erneut Verantwortung an der Spitze. Zu Beginn bestimmte Bjorn Riley das Rennen. Ab Runde zwei führte Fabio Püntener (Scott-SRAM MTB Race Team) eine große Spitzengruppe an, ehe Boichis das Tempo erhöhte. Blevins arbeitete sich zwar bis zur Rennhälfte auf Platz zwölf vor, hatte jedoch bereits deutlichen Rückstand auf die elfköpfige Spitzengruppe. Luca Martin übernahm später die Führung und verschärfte das Tempo. Mattis Azzaro (Origine Racing Division) kämpfte sich nach schlechtem Start mit starken Rundenzeiten wieder in die Spitzengruppe zurück. Auf der vorletzten Runde reduzierte Martin die Führungsgruppe auf sieben Fahrer. Auf dem letzten Anstieg setzte schließlich Boichis die entscheidende Attacke. Nur Martin konnte zunächst folgen, Riley lag wenige Radlängen dahinter. Im Gegensatz zum Frauenrennen blieb Boichis' Angriff erfolgreich. Martin fand keine Antwort mehr auf die enorme Beschleunigung seines Landsmanns. Riley komplettierte als Dritter das Podium und feierte seinen ersten Elite-XCC-Weltcup-Podestplatz. Adrien Boichis nach seinem Sieg: „Es war ein richtig schönes Rennen. Ich habe mich heute unglaublich gut gefühlt. Meine Beine waren stark und das Rennen hat einfach Spaß gemacht. Gegen Ende der letzten Saison habe ich gemerkt, dass ich im Short Track wieder stärker werde. 2023 lief es bereits gut, danach brauchte ich etwas Zeit, um wieder dorthin zurückzufinden. Mit jedem Rennen fühle ich mich besser. Ich lerne noch immer, den Wechsel zwischen Straßen- und Mountainbike-Rennen optimal zu gestalten. Vor zwei Wochen bin ich noch ein Straßenrennen gefahren. Rückblickend war das die richtige Entscheidung, weil ich mich jetzt richtig gut fühle. Ich optimiere diesen Prozess Schritt für Schritt. Ich liebe mein Team. Dort fahren so viele Champions, dass man erst beweisen muss, dass man dazugehört. Langsam habe ich das Gefühl, genau dort angekommen zu sein.“ Kalis feiert Premierensieg – Schehl gewinnt zum dritten Mal in Folge Bloeme Kalis gewann erstmals einen U23-XCC-Weltcup. Auf der letzten Runde setzte sie sich von einer fünfköpfigen Spitzengruppe mit Valentina Corvi (Canyon XC Racing) und Gesamtführender Makena Kellerman ab. Zur Rennhälfte lag Kalis noch 13 Sekunden hinter Corvi zurück, kämpfte sich jedoch eindrucksvoll zurück an die Spitze. In der achten von zehn Runden war sie wieder vorne dabei und fand auf der Schlussrunde noch einmal entscheidende Reserven. Corvi wurde Zweite, Rafaelle Carrier belegte Rang drei. Bloeme Kalis: „Ich fühle mich unglaublich. Ein Weltcupsieg ist etwas ganz Besonderes. Heute weiß ich selbst nicht genau, was passiert ist. Ich bin den letzten Anstieg einfach voll gefahren. Wir lagen zunächst in der zweiten Gruppe und ich dachte, wir würden nie mehr zur Spitze aufschließen. Doch wir kamen zurück – und die letzte Runde war einfach verrückt.“ Bei den U23-Männern blieb das Rennen bis zur Schlussrunde offen. Erst dort konnten sich Paul Schehl (Lexware Mountainbike Team), Naël Rouffiac (Origine Racing Division) und Thibaut Francois Baudry (Canyon XC Racing) vom restlichen Feld lösen. Schehl setzte sich im Sprint durch, feierte seinen dritten Sieg in Folge und baute seine Gesamtführung auf 90 Punkte aus. Rouffiac wurde erneut Zweiter, Baudry Dritter und bleibt damit Zweiter der Gesamtwertung. Paul Schehl: „Ich fühle mich fantastisch. Es ist einfach unglaublich. Das Rennen war viel härter, als ich erwartet hatte. Zwei Runden vor Schluss wollte ich attackieren und alleine wegfahren, aber die anderen waren unglaublich stark. Ich musste auf der letzten Runde noch einmal alles geben und tief an meine Grenzen gehen. Zum Glück hat es gereicht – ich bin überglücklich.“ Ausblick Der Weltcup in Lenzerheide geht am Samstag, den 20. Juni, mit dem UCI Downhill World Cup weiter. Am Sonntag folgen die Rennen des UCI Cross-Country Olympic (XCO) World Cup. Fotos: ©️ WHOOP UCI Mountain Bike World Series Weitere Informationen unter ucimtbworldseries.com |