MTB-News > Juni 2026
WHOOP UCI MOUNTAIN BIKE WORLD SERIES - UCI Cross-Country Olympic World Cup – Runde 3 - Boichis und Rissveds bezwingen die Hänge von Saalfelden Leogang–SalzburgerLand Der Epic Bike Park in Saalfelden Leogang–SalzburgerLand (Österreich) feierte sein 25-jähriges Bestehen mit einer der härtesten Herausforderungen im diesjährigen Weltcup-Kalender. Hochintensive Cross-Country-Olympic-Rennen sorgten für spektakuläre Action. Adrien Boichis (Specialized Factory Racing) feierte seinen emotionalen ersten Sieg im UCI Cross-Country Olympic (XCO) World Cup, während Jenny Rissveds (Canyon XC Racing) das Elite-Rennen der Frauen mit einer beeindruckenden Solofahrt gewann. Auch in der U23-Kategorie sorgten Valentina Corvi (Canyon XC Racing) und Paul Schehl (Lexware Mountainbike Team) mit ihren Siegen für Aufsehen. Specialized Factory Racing baute zudem seine Führung in der Teamwertung des UCI Cross-Country World Cups weiter aus. Die WHOOP UCI Mountain Bike World Series bot im Epic Bike Park in Saalfelden Leogang–SalzburgerLand packende Rennen auf einer der anspruchsvollsten XCO-Strecken des Kalenders. Die traditionsreiche Austragungsstätte feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum und verlangte den Fahrerinnen und Fahrern auf jeder Runde alles ab. Adrien Boichis (Specialized Factory Racing) sicherte sich den Sieg bei den Elite-Männern mit einer entscheidenden Attacke in der Schlussrunde. Luca Martin (Cannondale Factory Racing) belegte Rang zwei, Bjorn Riley (Scott-SRAM MTB Racing Team) wurde Dritter. Bei den Elite-Frauen feierte Jenny Rissveds (Canyon XC Racing) ihren ersten Saisonsieg sowie ihren insgesamt achten XCO-Weltcupsieg. Paul Schehl und Valentina Corvi gewannen die U23-Rennen. Dank dieser Ergebnisse gewann Specialized Factory Racing die Teamwertung des Wochenendes vor Thömus maxon und Scott-SRAM MTB Racing Team. Nach drei Weltcup-Runden verfügt Specialized Factory Racing nun über einen komfortablen Vorsprung in der Gesamtwertung. Rissveds kehrt mit dominanter Vorstellung auf die oberste Stufe des Podiums zurück - Jenny Rissveds (Canyon XC Racing) setzte mit einem souveränen Solosieg in Saalfelden Leogang–SalzburgerLand ein deutliches Ausrufezeichen. Starker Regen und rutschige Bedingungen sorgten bereits zu Rennbeginn für dramatische Szenen im Elite-Rennen der Frauen. Savilia Blunk (Decathlon Ford Racing Team) erwischte den besten Start und führte den ersten Anstieg an. Kurz darauf kollidierte sie jedoch mit Rissveds und stürzte auf der ersten Abfahrt – vom ersten Platz fiel sie ans Ende des Feldes zurück. An der Spitze konnte lediglich Puck Pieterse (Alpecin-Premier Tech) dem frühen Angriff von Rissveds folgen. Sina Frei (Specialized Factory Racing) hatte das Ziel, ihren zweiten Doppelsieg der Saison einzufahren. Sie kämpfte sich bereits in der ersten Runde zurück in die Spitzengruppe, ehe mehrere Stürze ihre Podiumschancen zunichtemachten. Fehler der Konkurrenz ermöglichten es Rissveds, sich zunächst einen Vorsprung von rund zehn Sekunden zu erarbeiten. Dahinter schlossen die Schweizerinnen Nicole Koller (Lapierre PXR Racing) und Alessandra Keller (Thömus maxon) gemeinsam mit Pieterse zur Verfolgergruppe auf. Beim Läuten zur Schlussrunde führte Rissveds bereits mit einer Minute Vorsprung, während Pieterse Keller im Kampf um Rang zwei um sieben Sekunden distanzieren konnte. Rissveds ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen und gewann mit deutlichen 56 Sekunden Vorsprung vor Pieterse. Alessandra Keller komplettierte als Dritte das Podium. Nach ihrem frühen Sturz kämpfte sich Savilia Blunk eindrucksvoll zurück und belegte noch Rang fünf. Nach drei Weltcup-Runden führt Rissveds nun die Gesamtwertung mit rund 80 Punkten Vorsprung auf Sina Frei an. Jenny Rissveds sagte nach dem Rennen: „Ich wollte heute mutig fahren und ohne Enttäuschung nach Hause gehen. Ich habe alles riskiert – und es hat funktioniert. Im Moment haben wir drei Gesamtführende im Team: Thibaut (François Baudry), Valentina (Corvi) und mich. Das ist wirklich etwas Besonderes.“ Boichis setzt die perfekte Attacke und feiert seinen ersten Weltcupsieg Adrien Boichis (Specialized Factory Racing) setzte in der letzten Runde die entscheidende Attacke und gewann seinen ersten Elite-XCO-Weltcup. Nach den nassen Bedingungen am Vormittag präsentierte sich die Strecke im Männer-Rennen trocken und warm. Die abtrocknende Strecke sowie die steilen Abfahrten führten dennoch zu zahlreichen Stürzen. Fabio Püntener und Filippo Colombo (Scott-SRAM MTB Racing Team) gehörten zu den Fahrern, die dadurch früh Zeit verloren. Das hohe Tempo und die enorme Schwierigkeit der Strecke führten dazu, dass sich Adrien Boichis (Specialized Factory Racing), Mathis Azzaro (Origine Racing Division), Luca Martin (Cannondale Factory Racing) und Bjorn Riley (Scott-SRAM MTB Racing Team) früh vom Feld absetzen konnten. Doch der anspruchsvolle Kurs stellte nicht nur die Fahrer, sondern auch das Material auf die Probe. Ein Plattfuß am Hinterrad warf Riley aus der Spitzengruppe zurück. Jordan Sarrou (BMC Factory Racing) erlitt das gleiche Schicksal. Simone Avondetto (Wilier-Vittoria Factory Team) kämpfte sich entschlossen zurück und schloss zur Spitzengruppe auf. Mathis Azzaro eröffnete die entscheidende Rennphase mit einer Attacke in Runde vier, wodurch Avondetto zurückfiel. Auch der französische Meister Luca Martin zeigte erste Schwächen, konnte jedoch dank seiner technischen Fähigkeiten einen Rückstand von sieben Sekunden in einer Abfahrt wieder schließen und ging gemeinsam mit den Führenden in die vorletzte Runde. Boichis hob sich seine entscheidende Attacke für den letzten steilen Anstieg des Rennens auf. Dort distanzierte er zunächst Martin und anschließend auch Azzaro. Er überquerte die Ziellinie als emotionaler Sieger vor Azzaro und Martin. Nach dem Rennen wurde Azzaro jedoch wegen eines Regelverstoßes in der Tech-Zone disqualifiziert. Martin übernahm nach seinem dritten zweiten Platz in Folge die Gesamtführung. Nach seinem Sieg sagte Boichis: „Das ist das Größte, was ich bisher erreicht habe. Es gibt kein größeres Rennen als einen UCI-Weltcup und keine stärkeren Fahrer als Elite-Weltcupsieger. Heute der Beste der Welt gewesen zu sein, ist etwas ganz Besonderes und ich werde diesen Moment niemals vergessen. Ich habe wunderschöne Erinnerungen an diesen Ort. 2023 habe ich hier meinen ersten U23-Weltcup gewonnen. Mein Plan war ein kontrollierter Start und dann das Rennen Runde für Runde aufzubauen. Ich habe fest an mich geglaubt. Immer wenn ich gelitten habe, dachte ich daran, dass die anderen wahrscheinlich noch mehr leiden. Am letzten steilen Anstieg habe ich dann einfach alles gegeben.“ Corvi und Schehl dominieren die U23-Kategorien Valentina Corvi (Canyon XC Racing) führte das U23-Rennen der Frauen vom Start bis ins Ziel und demonstrierte ihre Klasse auf der anspruchsvollen Strecke von Saalfelden Leogang–SalzburgerLand. Die Italienerin hatte bereits in MONA YongPyong (Südkorea) unter schlammigen Bedingungen gewonnen und feierte nun einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg in Österreich. Nach ihrem Sturz im XCC am Freitag wollte Corvi Wiedergutmachung. Bereits nach der ersten Runde führte sie mit 16 Sekunden Vorsprung und baute diesen kontinuierlich aus. Die Schweizerin Fiona Schibler kämpfte sich von Rang neun nach der ersten Runde bis auf Platz zwei vor und fuhr im weiteren Rennverlauf ähnliche Rundenzeiten wie Corvi. Im Ziel fehlten ihr jedoch 1:14 Minuten. Monique Halter (Thömus Akros-Youngstars) belegte Rang drei. Mit ihrem Sieg baute Corvi ihre Führung in der Gesamtwertung weiter aus. Sie sagte anschließend: „Es ist unglaublich. Nach meinem Sturz im XCC am Freitag war ich heute besonders motiviert, auf dieser extrem anspruchsvollen Strecke zu gewinnen. Ich habe von Anfang an alles gegeben und hatte ein richtig gutes Gefühl. Vor allem in den rutschigen und schwierigen Abfahrten musste ich hochkonzentriert bleiben.“ Bei den U23-Männern machte Paul Schehl (Lexware Mountainbike Team) seinen perfekten Leogang-Auftritt komplett und feierte nach seinem XCC-Erfolg am Freitag auch den Sieg im XCO. Nicholas Halter (Thömus Akros-Youngstars) konnte zunächst mithalten, doch bereits in der zweiten Runde setzte sich Schehl entscheidend ab. Alix Andre-Gallis (Decathlon Ford Racing Team) kämpfte sich auf Rang zwei vor und erreichte das Ziel 16 Sekunden hinter dem Sieger. Naël Rouffiac (Origine Racing Division) wurde Dritter. Ein fünfter Platz genügte Thibaut François Baudry (Canyon XC Racing), um nach drei Weltcup-Runden die Gesamtführung zu übernehmen. Nach seinem Sieg sagte Schehl: „Das war ein unglaublich hartes Rennen – vor allem mental. In den Runden drei, vier und fünf hatte ich mehrere technische Probleme. Nach meinem schwierigen Rennen in Nové Město war es nicht einfach, wieder Vertrauen zu finden. Umso glücklicher bin ich darüber, dass ich weitergekämpft habe. Es war eine fantastische Woche mit dem Team und ich habe jede einzelne Sekunde genossen.“ Ausblick Die WHOOP UCI Mountain Bike World Series geht bereits am kommenden Rennwochenende weiter. Vom 19. bis 21. Juni macht die Serie Station im Bike Kingdom Lenzerheide (Schweiz). Neben dem UCI Downhill World Cup stehen dort auch die Rennen der Ausdauerspezialisten auf dem Programm – mit den Weltcups im Short Track (XCC) und Cross-Country Olympic (XCO). Fotos: ©️ WHOOP UCI Mountain Bike World Series Weitere Informationen unter ucimtbworldseries.com |