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WHOOP UCI MOUNTAIN BIKE WORLD SERIES - UCI Cross-Country Short Track World Cup – Runde 3 - Andreassen und Frei setzen entscheidende Schlussattacken und siegen in Saalfelden Leogang – SalzburgerLand

Simon Andreassen (Orbea Fox Factory Team) und Sina Frei (Specialized Factory Racing) sicherten sich mit perfekt getimten Angriffen auf der Schlussrunde die Siege in den Elite-Rennen des UCI Cross-Country Short Track (XCC) World Cups in Saalfelden Leogang – SalzburgerLand (Österreich). Nasse Bedingungen und neue, technisch anspruchsvolle Streckenabschnitte sorgten für ein selektives Rennen und spektakuläre Action in allen Kategorien.

Die WHOOP UCI Mountain Bike World Series bot im Epic Bike Park in Österreich hochklassigen Rennsport. Der traditionsreiche Austragungsort feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum und präsentierte den Athletinnen und Athleten gleichzeitig eine überarbeitete XCC-Strecke. Ein neu angelegter Uphill-Rockgarden sowie ein steiler Anstieg erwiesen sich in allen Rennen als entscheidende Schlüsselstellen. Regen und rutschige Bedingungen machten die Wettbewerbe zusätzlich besonders anspruchsvoll.

Andreassen hielt sich im turbulenten Elite-Männerrennen lange aus allen Zwischenfällen heraus, bevor er auf der Schlussrunde entscheidend davonzog und seinen ersten UCI XCC World Cup gewann. Auch Frei setzte ihre Attacke erst im letzten Umlauf und feierte damit bereits ihren dritten Sieg in der WHOOP UCI Mountain Bike World Series in dieser Saison. Für Andreassen wurde der Erfolg noch emotionaler, da seine Ehefrau Jenny Rissveds (Canyon XC Racing) mit Platz zwei ebenfalls auf dem Podium der Elite-Frauen stand. Bereits zuvor hatten Monique Halter (Thömus Akros – Youngstars) nach ihrer Verletzungspause das U23-Rennen der Frauen gewonnen, während Paul Schehl (Lexware Mountainbike Team) bei den U23-Männern erfolgreich war.

Andreassen gewinnt dramatisches Elite-Rennen der Männer
Simon Andreassen setzte sich mit einer kraftvollen Attacke auf der letzten Runde durch und gewann das Elite-Rennen mit sechs Sekunden Vorsprung. Für den 28-Jährigen war es der erste Weltcupsieg seit mehr als zwei Jahren. Bereits wenige Sekunden nach dem Start begann das Chaos: Gesamtweltcupführender Dario Lillo (Giant Factory Off-Road Team XC) musste das Rennen nach einem Kettenriss aufgeben. Gleichzeitig verpasste Mathis Azzaro (Origine Racing Division) beim Start den Pedalkontakt und musste sich anschließend mühsam wieder nach vorne kämpfen. Auf der rutschigen Strecke stürzte außerdem Jordan Sarrou (BMC Factory Racing) und verlor dadurch jede Chance auf eine Top-10-Platzierung.

Luca Martin (Cannondale Factory Racing) wollte sich nicht mit einer großen Spitzengruppe zufriedengeben und setzte sich gemeinsam mit Filippo Colombo (Scott-SRAM MTB Racing Team) leicht ab. Doch auch Martin stürzte in einer Abfahrt und musste sich erneut nach vorne arbeiten. Beim Läuten der Schlussrunde hatten noch zehn Fahrer realistische Siegchancen. Simone Avondetto (Wilier-Vittoria Factory Team) forcierte am ersten Anstieg das Tempo und riss gemeinsam mit Andreassen eine Lücke. Kurz vor dem Rockgarden sprang jedoch Avondettos Kette ab – seine Siegchancen waren dahin. Andreassen nutzte die Gelegenheit konsequent und fuhr souverän zu seinem ersten XCC-Weltcupsieg. Auch im Kampf um die weiteren Podiumsplätze blieb es spannend: Martín Vidaurre (Specialized Factory Racing) stürzte in der letzten Kurve und verlor dadurch Rang zwei an Filippo Colombo. Luca Martin kämpfte sich nach seinem Sturz zurück und wurde Dritter. Mit Platz zehn übernahm Mathis Azzaro nach drei Rennen die Gesamtführung im Weltcup.

„Ich bin unglaublich glücklich. Mountainbike ist manchmal ein brutaler Sport. Ich hatte einen schwierigen Start in die Weltcupsaison und plötzlich gewinne ich ein Rennen. Woche für Woche leidet man – und wenn man dann endlich gewinnt, ist jede Anstrengung vergessen. Ich hatte eigentlich keinen besonderen Plan und wollte zunächst einfach nur überleben. Zwei oder drei Runden vor Schluss bin ich nach vorne gefahren, weil meine Brille komplett voller Schlamm war und ich endlich wieder etwas sehen wollte. Danach kam niemand mehr an mir vorbei – das war offenbar die richtige Taktik.“

Frei entscheidet das Frauenrennen mit einer Schlussattacke
Sina Frei setzte sich mit einer starken Attacke durch den Rockgarden und den letzten Anstieg auf der Schlussrunde knapp gegen ihre Konkurrentinnen durch. Die Schweizerin gehörte einer dreiköpfigen Spitzengruppe an, die sich im Verlauf des Rennens absetzen konnte und den Sieg unter sich ausmachte. Nicht am Start war die ehemalige XCC-Weltmeisterin Evie Richards (Trek – Unbroken XC), die sich nach ihrer Gehirnerschütterung von Nové Město weiter erholt. Schon in der ersten Kurve hatte Puck Pieterse (Alpecin-Deceuninck) Probleme, rutschte weg und verlor zahlreiche Positionen. Der neue Rockgarden sowie zwei steile Anstiege sorgten dafür, dass sich das Feld früh auseinanderzog. An der Spitze fuhren Jenny Rissveds, Alessandra Keller, Sina Frei und Jennifer Jackson (Orbea Fox Factory Team). Drei Runden vor Schluss erhöhte Weltmeisterin Keller das Tempo und zwang Jackson zum Abriss.

Rissveds startete in den letzten beiden Runden mehrere Attacken, doch Frei konnte jede Beschleunigung mitgehen. Auf der Schlussrunde nutzte sie ihre Geschwindigkeit im Rockgarden, setzte sich am letzten Anstieg entscheidend ab und verteidigte ihren Vorsprung bis ins Ziel. Mit der schnellsten Rennrunde sicherte sie sich den Sieg. Damit baute Frei ihre Gesamtführung im XCC-Weltcup weiter aus und hat am Sonntag die Chance auf ihren zweiten Doppelsieg der Saison im XCO-Weltcup.

„Mit jeder Runde wurde es schwieriger, weil ich durch den Schlamm kaum noch etwas sehen konnte. Am Ende ging es nur noch darum, die perfekte Linie zu treffen. Auf der letzten Runde wusste ich, dass ich alles riskieren musste. Im Ziel wusste ich zunächst gar nicht, dass ich gewonnen hatte – ich war völlig erschöpft und bin einfach bis zur Ziellinie Vollgas gefahren.“

Halter und Schehl dominieren die U23-Rennen
Monique Halter feierte nach ihrer Verletzungspause ein eindrucksvolles Comeback und gewann das U23-Rennen der Frauen mit einer starken technischen Vorstellung. Vor allem auf der rutschigen Abfahrt spielte die Schweizerin ihre Fahrtechnik aus und fuhr zu ihrem ersten UCI XCC-Weltcupsieg. Die Siegerin des Saisonauftakts, Valentina Corvi (Canyon XC Racing), hielt sich zunächst in der Spitzengruppe, verlor im Schlamm jedoch zunehmend die Sicht, rutschte aus und wurde Zehnte. Gesamtführende Makena Kellerman musste nach einer Aufholjagd infolge eines schlechten Starts in der Schlussphase Tribut zollen und belegte Rang 14. Ihre Führung in der Gesamtwertung verteidigte sie dennoch. Halter gewann mit acht Sekunden Vorsprung vor Bloeme Kalis, während Katrin Embacher (KTM Factory MTB Team) den dritten Platz belegte.

„Ich bin unglaublich glücklich. Die vergangenen Monate waren wegen meiner Fußverletzung sehr schwierig. Deshalb freue ich mich besonders, dass meine Rehabilitation so gut verlaufen ist und ich jetzt schon wieder auf diesem Niveau fahren kann. Die technische Abfahrt bei den nassen Bedingungen hat mir besonders gelegen – dort konnte ich den entscheidenden Vorsprung herausfahren.“

Bei den U23-Männern setzte Paul Schehl auf der letzten Runde die entscheidende Attacke.
Der Fahrer des Lexware Mountainbike Teams, der bereits in Nové Město gewonnen hatte, kontrollierte das Rennen lange Zeit von der Spitze aus und griff erst im Finale an. Mit sechs Sekunden Vorsprung sicherte er sich den Sieg. Thibaut François Baudry (Canyon XC Racing) gewann den Sprint um Rang zwei vor Benjamin Krüger. Nach drei Rennen führt Schehl nun auch die Gesamtwertung vor François Baudry an.

„Das fühlt sich großartig an. Ich hatte das Rennen jederzeit unter Kontrolle und fühlte mich auf der Strecke sehr wohl. Der körperlich anspruchsvolle Kurs kam mir entgegen. Er war nicht übermäßig technisch, sodass ich dauerhaft ein hohes Tempo fahren und das Rennen von vorne kontrollieren konnte. Dadurch musste ich kaum unnötige Energie investieren und hatte bis zum Schluss noch genügend Reserven.“

Ausblick
Die WHOOP UCI Mountain Bike World Series wird am Samstag in Saalfelden Leogang – SalzburgerLand mit den Finals des UCI Downhill World Cups fortgesetzt. Nach einer spektakulären Qualifikation bei schwierigen Wetterbedingungen sicherten sich Dylan Maples (Pivot Factory Racing) und Marine Cabirou (Canyon DH Racing) die Bestzeiten und damit den Vorteil, als Letzte ins Finale zu starten. Am Sonntag folgen schließlich die Rennen des UCI Enduro World Cups sowie des UCI Cross-Country Olympic (XCO) World Cups.

Fotos: ©️ WHOOP UCI Mountain Bike World Series

Weitere Informationen unter ucimtbworldseries.com
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