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WUNDERIX - Fahrradservice unter Druck: Effizienz und Digitalisierung im Fokus der Diskussion auf der VeloBerlin 2026
Aus der von Wunderfix am 11. April veranstalteten Panel-Diskussion geht eine gemeinsame Sichtweise hervor: Die Reparaturinfrastruktur in Deutschland benötigt effizientere Prozesse, smarte Digitalisierung und neue Modelle, um das Wachstum der gesamten Fahrradbranche zu fördern.
Mit über 90,6 Millionen Fahrrädern in Deutschland und Wartezeiten von bis zu 12 Wochen in der Hochsaison steht die Fahrradbranche vor einer zentralen Herausforderung: den steigenden Servicebedarf zuverlässig abzudecken. Am Samstag, den 11. April, veranstaltete Wunderfix im Rahmen der VeloBerlin 2026 das Panel „Bike-Service stärken, Mobilitätswende meistern?“, in dem die aktuelle Situation der Radreparatur-Infrastruktur sowie mögliche Lösungsansätze diskutiert wurden. An der Diskussion nahmen Alexandra Lüke (Geschäftsführerin Wunderfix), Dr. Robert Peschke (Geschäftsführender Gesellschafter Little John Bikes), Alexander Dabrowski (Public Affairs Manager Wirtschaft & Nachhaltigkeit, Verbund Service und Fahrrad – VSF) sowie Edoardo Visca (Gründer und Geschäftsführer Mogool Bikes Berlin) teil. Ein zentraler Punkt, in dem sich alle Teilnehmer:innen einig waren: Die Herausforderung liegt weniger in der Anzahl der Werkstätten als vielmehr in der Effizienz bestehender Prozesse. In vielen Betrieben wird bis zu 70 Prozent der Arbeitszeit von Zweiradmechanikern durch organisatorische und administrative Aufgaben gebunden – etwa durch Bestellungen, Kundenkommunikation oder die Abwicklung von Reklamationen, Leasing- und Versicherungsfällen, beschreibt Robert Peschke.
Diese Einschätzung wurde im Panel auch von Alexander Dabrowski unterstrichen: Die zentrale Herausforderung liegt weniger in der quantitativen Aufstellung des Marktes als vielmehr in Professionalisierung, Prozessen und Fachkräftestrukturen. Gleichzeitig verschärft eine strukturelle Ausbildungslücke die Situation: Rund 8.500 offene Stellen stehen aktuell nur etwa 800 bis 900 neu ausgebildeten Fahrradmechatronikern pro Jahr gegenüber. Der deutliche Unterschied macht klar, dass eine rein quantitative Lösung zu kurz greift – gefragt sind vielmehr effizientere Abläufe und neue Ansätze in der Organisation von Serviceleistungen.
Mehrwert Digitalisierung als Hebel für effizienteres Arbeiten
Vor diesem Hintergrund wurde im Panel insbesondere die Rolle digitaler Lösungen hervorgehoben. Ansätze wie Vorab-Diagnosen, Remote Support oder eine effizientere Steuerung von Serviceprozessen können dazu beitragen, Werkstätten zu entlasten und Abläufe deutlich zu beschleunigen. Wunderfix setzt genau hier an und bietet einen digitalen Aufbau- und Reparaturservice, bei dem Endnutzer:innen per Videocall Unterstützung durch erfahrene Mechaniker erhalten. Ziel ist es, Probleme frühzeitig einzuordnen, einfache Fälle direkt zu lösen und Werkstätten gezielt zu entlasten. In etwa 45 Prozent der Fälle kann das Problem dabei vollständig remote behoben werden.
„Die zentrale Frage ist nicht nur, wie wir mehr Kapazität schaffen, sondern wie wir die vorhandene Kapazität effizienter nutzen“, erklärt Alexandra Lüke. „Ein großer Teil der Arbeitszeit in Werkstätten wird heute für Tätigkeiten aufgewendet, die nicht unmittelbar mit der Reparatur selbst zu tun haben. Wenn es gelingt, diese Aufgaben zu optimieren oder teilweise anders zu organisieren, kann die Effizienz im gesamten System deutlich gesteigert werden und mehr Menschen schneller wieder auf das Rad gebracht werden. Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Anliegen bereits im Vorfeld geklärt werden können – etwa durch eine erste Einschätzung oder Unterstützung aus der Ferne. Das hilft, einfache Fälle direkt zu lösen und komplexere Reparaturen besser vorzubereiten.“
Neue Modelle für eine zukunftsfähige Branche
Zusätzlich zu den Ansätzen, wie sich bestehende Prozesse optimieren lassen, waren sich die Teilnehmer:innen des Panels einig, dass die Weiterentwicklung der Branche ein breiteres Umdenken erfordert. Themen wie neue Arbeitsmodelle, flexiblere Beschäftigungsformen sowie die stärkere Integration digitaler Kompetenzen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Das Ziel muss es sein, die Attraktivität des Zweiradmechanikers insgesamt zu verbessern – sowohl im Hinblick auf Nachwuchsgewinnung als auch auf die langfristige Bindung von Fachkräften.
Die Diskussion auf der VeloBerlin 2026 zeigt: Eine leistungsfähige Radreparaturinfrastruktur ist ein zentraler Baustein für die Mobilitätswende. Damit diese gelingt, braucht es ein Zusammenspiel aus effizienteren Prozessen, gezielter Digitalisierung und einer strukturellen Weiterentwicklung der gesamten Branche.
Fotos: (c) Wunderfix by Jobrad / Stefan Haehnel
Weitere Informationen unter www.wunderfix.io
Über WUNDERFiX
Die WUNDERFiX GmbH ist Teil der JobRad-Gruppe und ist auf Remote-Repair-Service-Lösungen spezialisiert. WUNDERFiX ist für alle Radfahrenden da, d.h. unabhängig, ob das Rad über JobRad oder einen anderen Leasing-Anbieter finanziert oder gekauft wurde. WUNDERFiX RemoteRepair basiert auf einer Idee von Visionär Ulrich Prediger, JobRad Gründer / Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der JobRad Holding SE.